Matcha für jedermann
Hier die grundlegenden Zutaten und ein einfacher Ablaufplan für
eine Teezeremonie nach japanischer Art. Wir wünschen
Ihnen und Ihren Freunden einen angenehmen, harmonischen Nachmittag bei bitterem
Tee und süßem Gebäck. Und wer sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, dem
sei die Literatur- und Linkliste sowie die internationalen Urasenke Teeschulen
empfohlen.
Laden Sie bis zu 4 Gäste ein, mit denen Sie ein paar
harmonische Stunden verbringen möchten.
Das Gespräch während der
Zeremonie dreht sich um die Dekoration, die Schale und deren Herkunft und kann
auch dazu genutzt werden um die Teezeremonie und ihre Geschichte sowie deren
Ablauf zu erklären.
Bedenkem Sie, die Teezeremonie lebt von Gegensätzen und
Symbolen. Wasser steht neben dem Feuer, süsser Kuchen ist gefolgt von bitterem
Tee, dicker Tee von dünnem Tee, feuchter Kuchen von trockenen Plätzchen usw. Die
Utensilien werden sorgfältig ausgewählt. So wird die Matcha Schale für Ihre
Schönheit bewundert, die Art wie sie in der Hand liegt und den Tee warm hält.
Machen Sie sich dies zu Nutze und erklären Sie dies Ihren Gästen.
Die Zutaten:
Man nehme sich einige Stunden
Zeit
Eine Matcha Schale für den
dicken Tee
Je Gast eine Teeschale
für den dünnen Tee
Einen Bambus
Besen - chasen
Eine Dose Matcha
Tee - versenken Sie diese in eine schöne Holz, Porzellan- oder Keramikdose
oder einem kleinen Seidenbeutel.
Einen Bambus-Löffel oder schönen
Teelöffel
Ein Holzkohleöfchen mit Kessel oder einen Wasserkocher und eine
Teekanne mit Stövchen oder eine
Thermoskanne
Frisches Wasser
Einen Krug für das
Brauchwasser
Ein kleines Seidentuch oder ein schönes
Taschentuch
Eine gebleichte Leinen- oder Baumwollserviette
Trockene Plätzchen
Feuchten
Kuchen
Servietten oder kleine Kuchenteller
Servierteller für
Kuchen und Plätzchen
Eine asiatische Schriftrolle oder ein passendes
Bild
Ein schönes Ikebana-Gesteck oder ein Blumenarrangement
Wenn
vorhanden:
Eine Bambus-Schöpfkelle oder einen
Soßenlöffel
Eine Ablage für die Kelle und den Deckel des
Kessels
Kleine Dessertmesser
Grosse Stäbchen oder eine
Serviergabel für die Kuchen und Plätzchen
Der Raum:
Ein traditioneller Teeraum mit
Zubereitungsraum und der angrenzende Garten sind optimalerweise sowohl unter
funktionalen als auch äthetischen Gesichtspunkten gestaltet. Idealerweise nutzt
man einen eigens geschaffenes Teehaus in einem ruhigen Teil des Gartens. Der
Teeraum wird mit Blumen und einer Schriftrolle geschmückt. Der Boden ist mit
Tatami-Matten ausgelegt, und eine Feuerstelle nahe der Mitte des Raumes
eingelassen. Seit 1870 werden im ryurei Stil jedoch auch Tische und Stühle bei
der Teezeremonie eingesetzt.
Dekorieren Sie Ihren Teeraum spärlich, am
besten nur mit einem Blumenarrangement und einer Schriftrolle oder einem schönen
Bild. Das Arrangement soll Ruhe und Harmonie ausstrahlen, und die Jahreszeit
sowie den Anlaß der Einladung widerspiegeln.
Versuchen Sie den Garten
oder den Balkon mit einzubeziehen, oder halten Sie Ihre Teezeremonie gleich im
Garten auf einer Decke ab.
Vorbereitung:
Säubern und dekorieren Sie den Raum, und
stellen Sie alle benötigten Utensilien sowie das Essen in der Küche oder einem
Nebenraum bereit.
Bereiten Sie sich auf die Ankunft der Gäste vor, indem Sie
Ihre Hände waschen und den Mund ausspülen.
Begrüßung:
Nach der Ankunft reichen Sie Ihren Gästen im
Vorraum feuchte Tücher um sich die Hände abzuwischen und sich so auf die
geistige Sphäre, Ruhe und Gelassenheit einzustimmen.
Bitten Sie Ihre Gäste
Platz zu nehmen. Achten Sie darauf, dass der älteste oder Ehrengast Ihnen am
nächsten sitzt, da er die Teeschale zuerst erhält bevor er diese an seinen
Nachbarn weiterreicht. Nachdem alle sitzen begrüßen Sie alle Gäste und erklären
eventuell den Ablauf oder die Bedeutung der Schriftrolle oder Blumen.
Essen:
Normalerweise wird nun ein 3 gängiges Japanisches
Menü und Sake gereicht. Der Gastgeber kann mit essen und wird von den Gästen mit
Sake bewirtet, da die Position des Gastgebers als ehrenhaft angesehen wird, und
jeder einmal, wenn auch nur für kurze Zeit diese Rolle übernehme darf.
Im einfachsten Falle reichen Sie feuchten Kuchen die jeder Gast mit
grossen Stäbchen (oder einer Gabel) nimmt und auf einer Serviette oder einem
Teller vor sich mit einem kleinen Dessertmesser in Häppchen teilt. Alternativ
reichen sie mundgerechte Häppchen.
Pause:
Nach dem Essen ziehen sich die Gäste in den
Garten oder auf das Sofa zurück, während der Gastgeber die Schriftrolle oder das
Bild durch ein Blumenarrangement ersetzt und den Tisch abräumt.
Idealerweise entfachen Sie nun das Kohlefeuer über dem dann nach der
Pause vor den Gästen das Teewasser in einem speziellen Kessel gekocht wird
während die Gäste zuhören wie das Wasser pfeift. Für unsere Zwecke kochen Sie
das Wasser in der Küche und bringen Sie es in einer Teekanne herein die Sie auf
einem Stövchen warm halten.
Arrangieren Sie die Teedose mit dem Matcha
vor dem Stövchen.
Vorbereitung für den Tee:
Die Gäste werden durch einen
Gong oder Glocke gerufen. Reichen Sie Ihnen wieder feuchte Tücher. Danach können
die Gäste die Blumen und die Utensilien begutachten und sich setzen.
Nun
bringen Sie die Matcha Schale herein. Darin liegt der Besen, das Leinen Tuch
sowie quer darüber der Bambuslöffel. Arrangieren sie diese Utensilien neben dem
Kessel oder der Teekanne (Der Wasserbehälter symbolisiert die Sonne yang, die
Schale ist der Mond yin). Holen Sie noch den Behälter für das Brauchwasser, den
Schöpflöffel und je einen Untersetzer für den Deckel des Kessels (Teekanne)
sowie den Schöpflöffel. Da dies in unserem Falle nicht so elegant und rituell
erfolgen kann wie in der richtigen Teezeremonie kann man sich auch auf das
Hereinbringen der Matchaschale beschränken und die anderen Gegenstände vorher
arrangieren. Schließen Sie die Türe und setzen Sie sich.
Den Tee zubereiten:
Reinigen Sie die Matcha Dose und
den Löffel vor Ihren Gästen mit einem feinen Seidentuch. Dies soll die
Versenkung des Gastgebers vertiefen und die Reinigung seiner Gedanken
darstellen.
Danach geben Sie mit der Schöpfkelle oder direkt aus der
Teekanne heißes kochendes Wasser in die Teeschale und reinigen Sie den Besen
darin. Schütten Sie das Wasser in den Brauchwasserkrug und trocknen Sie den
Besen und die Schale mit dem Leinen Tuch.
Jetzt heben Sie die Teedose
und den Löffel an und geben 3 gehäufte Löffel pro Person in die Teeschale. Mit
dem Schöpflöffel oder aus der Kanne genügend Wasser zugeben um eine dünne Paste
aufzuschäumen. Danach wird so viel Wasser zugegeben bis eine erbsensuppendicke
Flüssigkeit entsteht. Das überflüssige Wasser im Schöpflöffel wird wieder in den
Kessel zurückgegeben.
Den Tee trinken:
Der Gastgeber reicht die Schale dem
Ehrengast, der diese mit einer Verbeugung entgegennimmt.
Der Gast hält
die Schale hoch und dreht sie in der Hand um deren Schönheit zu würdigen. Danach
trinkt er einen Schluck, wischt den Rand mit einem Tuch ab und gibt die Schale
an den nächsten Gast weiter. Wenn alle Gäste gekostet haben, nimmt der Gastgeber
diese in Empfang und säubert sie. Der Besen, der Löffel und der Schöpfkelle
werden ebenfalls gereinigt. Der Löffel und die Teedose wird den Gästen zur
Ansicht gereicht, und es entsteht eine Diskussion über die Utensilien, die
Präsentation und andere passende Themen.
Vorbereitung zum Abschied:
Danach wird nochmals das
Feuer angefacht und Wasser aufgesetzt um den dünnen Tee zu bereiten und die
Gäste auf den Abschied in die Weltliche Sphäre vorzubereiten. Reichen Sie Kissen
und Zigaretten als Zeichen der Entspannung, wobei aber meist nicht geraucht
wird.
Nun reichen Sie trockene Plätzchen um den Kontrast zum herben Tee
zu setzen.
Der dünne Tee wird wie der dicke zubereitet, jedoch mit
weniger Matcha. Die Teeschalen sind dekorativer, und jeder Gast erhält einen
eigene Schale Tee.
Zum Schluß drücken die Gäste Ihre Bewunderung für den
Tee und die Kunst des Gastgebers aus, während der Gastgeber Sie zur Türe
begleitet.
Das Ziel:
Geniessen Sie mit Ihren Freunden einige
harmonische Stunden bei Tee und Gebäck - und erkennen Sie, das Friede und innere Ruhe auch durch eine gemeinsame Tasse Tee
gefunden werden kann.