Chanoyu - die Japanische Teezeremonie
Den Ablauf einer Japanischen Teezeremonie, oder gar die
Philosophie des Weges des Tees - Chado hier zu erklären ist unmöglich. Unser
Ziel ist es jedoch Ihnen einen kleinen Einblick in diese faszinierende Welt der
hohen Schule des Tees zu geben und ein tieferes Studium anzuregen.
Ende
des 16. Jahrhunderts definierte Sen Rikyu die vier Grundprinzipien des Chado:
Harmonie, Respekt, Reinheit und Ruhe. Sie bilden zugleich die Pfeiler des Zen
Buddhismus. Beide Philosophien erheben das Einfache zur Perfektion. So wird die
triviale Handlung der Teezubereitung zur Kunst und Meditation.
Für uns
heißt dies den einfachsten Handlungen unsere volle Aufmerksamkeit zu widmen, und
jeden Moment bewußt zu erleben. Die Zubereitung einer Tasse Tee für unsere
Freunde ist eine Möglichkeit dies zu üben.
Ruhe
Während das Erlernen der vollendeten
Teezeremonie ebenso viel Disziplin, Hinwendung und Versenkung erfordert wie die
Ausbildung zum Konzertpianisten, kann schon die Beschäftigung mit dem Thema mehr
Ruhe in unser oft so hektisches Leben bringen.
Respekt
Das Ziel einer Teezeremonie ist jedoch immer
dem Gastgeber die Gelegenheit zu bieten seinen Gästen die höchst möglichen
Aufmerksamkeit und Respekt zu zeugen. Die exakt festgelegten Rituale der
Teezermonie erleichtern dies, doch auch eine westliche Improvisation kann für
alle Beteiligten eine interessante Erfahrung sein.
Harmonie
Die Dekoration und Wahl der verwendeten
Utensilien sollen die Stimmung der Jahreszeit und dem Anlaß des Treffens
widerspiegeln. Im Mittelpunkt steht jedoch die Geisteshaltung der Anwesenden.
Die dazu benötigten Utensilien, so edel sie auch sein mögen sind letztendlich
nur Mittel zum Zweck ein harmonisches Umfeld zu schaffen.
Reinheit
Für die Teezeremonie werden nur jene
Gegenstände in den Raum gebracht, die dafür gebraucht werden - alles
Überflüssige bleibt draussen. Durch das rituelle säubern der Gegenstände wird
das Prinzip der Reinheit ausgedrückt - Reinheit der Gegenstände und der
Gedanken. Der Gastgeber versinkt in der Zubereitung des Tees, und der Gast im
annehmen des Tees voller Dankbarkeit. So richten beide Ihre Gedanken nur auf den
Moment.
Das Ritual
Die Teezeremonie ist ähnlich einer
Aufführung in 2 Akten mit einer Pause. Während der Aufführung vollziehen Gast
und Gastgeber eine Reihe genau festgelegter ritueller Handlungen die einen
nahezu wortloser Dialog aus Symbolen und Gefühlen darstellen.
Die
Zeremonie besteht im Grunde darin, daß der Gastgeber eine kleine Mahlzeit oder
Süßikgeiten reicht. Nach einer Pause im Garten bringt er die Utensilien in den
Raum und bereitet dicken Tee zu. Jeder Gast trinkt einen Schluck davon. Danach
werden die Utensilien gereinigt, trockene Süssikeiten, Kissen und sogar
Rauchwaren gereicht, während eine entspannte Diskussion über die Zeremonie und
die verwendeten Gegenstände entsteht. Die Zeremonie wird mit der Zubereitung
dünnen Tees abgeschlossen.
Doch Matcha kann man so entspannt wie man nur
will genießen. Dafür wird lediglich eine Teeschale, ein Bambus Besen sowie
Matcha Tee benötigt. Der traditionelle Bambuslöffel, ein Tablett, Stövchen und
Eisenteekanne, ein Krug für das Brauchwasser, ein kleines Seidentuch oder
Taschentuch sowie eine weiße Leinen- oder Baumwollserviette runden das Bild
hinreichend ab.
Wollen Sie es einmal versuchen?
Hier die Grundlegenden Zutaten und ein
einfacher Ablaufplan. Wir wünschen Ihnen und Ihren Freunden einen
angenehmen, harmonischen Nachmittag bei bitterem Tee und süßem Gebäck. Und wer
sich tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei die Literatur- und
Linkliste sowie die internationalen Urasenke Teeschulen empfohlen.